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Normalerweise lassen wir unsere Astrogäste hier selbst zu Wort kommen. Aus gegebenem Anlass hier jedoch ein paar Worte in eigener Sache:

Im Juli 2007 hatte Rooisand Observatory Besuch von Wissenschaftlern der DLR (Deutsche Agentur für Luft- und Raumfahrt) in Berlin. Die DLR betreibt aktuell ein Forschungsprojekt zur Suche von Exo-Planeten. Der Prototyp einer Beobachtungsstation befindet sich zurzeit im Testbetrieb in Chile.

Es soll eine weitere - vollautomatisch über das Internet gesteuerte - Station in Namibia aufgebaut werden. Dazu wurden Testbeobachtungen in der Rooisand Sternwarte durchgeführt, um u.a. Seeingbedingungen,
Transparenz und logistische Voraussetzungen - die Rooisand bietet - abzuklären.

Die Testbeobachtungen verliefen sehr erfolgreich und die logistischen Voraussetzungen auf Rooisand wurden für so gut befunden, dass sich die DLR für den Standort Rooisand für die geplanten Beobachtungsstation in Namibia entschieden hat. Auch ein Bauplatz wurde bereits festgelegt, die Inbetriebnahme der Station ist für das Jahr 2011/2012 geplant.
Während des Aufenthaltes der DLR Wissenschaftler - aber auch davor und danach - wurden durch unser technisches Personal und in Kooperation mit anderen Astrogästen einigermaßen regelmäßig Webcamaufnahmen von Venus, Jupiter und Mond aufgenommen, um die Seeingbedingungen auf Rooisand über einen längeren Zeitraum analysieren zu können Einige der Ergebnisse haben wir auf dieser Seite für Sie zusammengestellt.
 
An dieser Stelle lassen wir unsere Gäste selbst und direkt zu Wort kommen, um Ihre Eindrücke von Ihrem Astrourlaub hier zu schildern.

Neu: Harald Simon - Oldenburg (download pdf-file, 250Kb)

 Kleiner virtueller Mondspaziergang, Juli 2005

 Ein kleiner Erlebnisbericht von Heinrich Forth, Juli 2006

 Weitere und aktuelle Berichte liegen hier im pdf Format für Sie bereit

Roter Sand und Sterne Astrofotografie am Rand der Namibwüste
von Axel Martin / TSO, Mülheim an der Ruhr (Auszüge aus einem längeren Artikel, erschienen im Tagungsheft der ATT 2006, den kompletten Text können Sie  hier als pdf-file herunterladen)


... aus beruflichen Gründen kam nämlich nur ein Urlaub in der zweiten Dezemberhälfte in Frage und da beginnt im südlichen Afrika bekanntlich die Regenzeit... dass als Unterkunft nur eine der wenigen "Astrofarmen" in Frage kam, so dass ich eine bereits vor Ort befindliche Montierung benutzen könnte. Für die endgültige Farmauswahl standen damit also insgesamt drei astronomische Auswahlkriterien fest:

1.) Die dort vorhandene Montierung muss stabil genug sein, um auf der Instrumentenseite mindestens 12 kg Gewicht mit einer für die Fotografie ausreichenden Genauigkeit problemlos tragen zu können.

2.) In der Nähe des Teleskops muss ein permanenter 220 V-Anschluss zum Betrieb des Laptops vorhanden sein.
 
3.) Die Farm soll möglichst weit im Westen des Landes liegen. Neben den astronomischen Möglichkeiten sollte die Farm aber auch tagsüber etwas zu bieten haben. Bedingt durch die nahende Regenzeit könnte es ja schließlich auch die ganze Zeit über bewölkt sein ... Im Rahmen einer Rundreise hatte ich bereits im Jahre 2000 zusammen mit Freunden die Gelegenheit alle damaligen Astrofarmen zu besuchen. Ein Blick auf die jeweiligen Webseiten bestätigte, dass auch nach inzwischen fünf Jahren keine von ihnen die obigen Kriterien vollständig erfüllen würde.

Umso erfreuter war ich daher, als ich im Rahmen einer Google-Suche eher zufällig auf die Sternwarte der "Rooisand Desert Ranch" stieß. Bei Durchsicht der sehr umfangreichen Webseiten stellte sich sehr schnell heraus, dass ich gerade die meinen Vorgaben entspr. Astrofarm gefunden hatte. Die Zimmerbuchung via Internet verlief schnell und unkompliziert und dank Wolfgang Paech, dem deutschen Ansprechpartner in Sachen Astronomie auf Rooisand, waren auch meine wenigen verbliebenen Fragen bezüglich der Sternwartenausstattung schnell zu meiner Zufriedenheit beantwortet. Der Urlaub konnte also kommen...

 
... Neben meinen beiden analogen Canon EOS 33-Gehäusen sollten noch meine eigene Canon EOS 10D, sowie eine im Freundeskreis ausgeliehene Canon EOS 20Da mitgenommen werden. Neben der generellen Erstellung möglichst ästhetischer Bilder wollte ich hiermit ganz nebenbei auch für mein nächstes Buchprojekt noch einen Vergleich der beiden digitalen SLRs unter möglichst optimalen Aufnahmebedingungen durchführen ...

... obwohl ich gerne einmal alle vorhandenen Geräte unter dem dunklen Wüstenhimmel getestet hätte, hatte ich mich, aufgrund meiner speziellen Fotointeressen, bereits im Vorfeld für die ausschließliche Verwendung der Atlux-Montierung entschieden. Dank der guten Werkstattausrüstung und etwas tatkräftiger Hilfe, war meine mitgebrachte Ausrüstung schnell auf die vorhandene Montageplatte adaptiert, so dass ich bereits in der ersten Nacht die nur kurze Zeit bis zum Mondaufgang für Aufnahmen nutzen konnte...
   M 42 — 6 x 5 Min.  Pferdekopf — 6 x 10 Min. Rosettennebel — 6 x 10 Min.   
   Lambda Centauri — 5 x 10 Min.
 
M 45 — 7 x 10 Min. Eta Carinae — 6 x 10 Min.   
Alle Aufnahmen mit Canon 20Da, 800ASA mit Teleobjektiv 300mm/4.5, © 2006 by Axel Martin
 
Fazit:
... Trotz der ungünstigen Mondphase war mein einwöchiger Astrourlaub auf der Farm Rooisand ein voller Erfolg. Die vor Ort vorhandene astronomische Ausrüstung lässt so gut wie keine Wünsche offen, so dass zumindest die Mitnahme eigener Teleskope für einen erfolgreichen Astrourlaub in meinen Augen nicht mehr nötig ist. Aufgrund ihrer Lage am Rande der Namibwüste bietet Rooisand auch dann, wenn bereits weiter östlich gelegene Landesteile unter Wolken liegen, eine gute Chance für erfolgreiche astronomische Betätigung. Doch auch dann, wenn es mit dem Wetter mal nicht so klappt, muss sich auf Rooisand dank des guten sonstigen Freizeitangebotes niemand langweilen. Eine Tatsache, die die Farm sicherlich für Astronomen mit familiärer Begleitung interessant macht.
Bedingt durch ihre Lage innerhalb Namibias ist Rooisand zudem auch für denjenigen interessant, der seinen Astrourlaub mit einer Rundreise kombinieren will. Die Farm lässt sich auf einer Fahrt von Windhoek nach Walvis Bay bzw. Swakopmund genauso gut einplanen, wie sie sich auch als Zwischenstation auf dem Weg ins Sossous Vlei oder in noch weiter südlich gelegenere Gebiete wie Lüderitz oder den Fish River Canyon anbietet.
© 2006, Heinrich Forth

Die Rooisand Desert Ranch in Namibia - Astrourlaub mit minimal Ausrüstung
Nach einer 14-tägigen Rundreise im Juni 2006, durch den südlichen Teil Namibias, hatten wir, eine kleine Gruppe von Amateurastronomen aus Süddeutschland und der Schweiz, eine Astrowoche auf der Gästefarm Rooisand gebucht. Mit Tobias Schmidt, dem Manager der Farm hatten wir telefonisch vereinbart, uns nach Rückgabe der Fahrzeuge, in Windhoek abzuholen. Nach ca. 2 ½ stündiger Fahrt, auf einer sehr guten Schotterstrasse, welche weiter nach Walvis Bay fuhrt erreichten wir kurz nach dem Gamsbergpass die Rooisand Desert Ranch.
Die Farm ist eine wahre Oase für Leib und Seele und lässt kaum noch Wünsche offen. In familiärer Atmosphäre umsorgen Tobias Schmidt und sein Team, besonders Teresa, die gute Seele des Hauses, die Gäste, so dass der Urlaub zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.

Qualität ist das erste Gebot auf Rooisand, dies gilt auch insbesondere für die Sternwarte, samt ihrer technischen Einrichtungen. In einer Baaderkuppel mit 3,20 m Durchmesser befindet sich das Hauptinstrument, eine GTO 1200 Montierung von Astro Physics bestückt mit einem Celestron C-14 und einem 150 mm APQ Zeissrefraktor. Beide Geräte sind optische Spitzenklasse.
Auch mit dem notwendigen Zubehör ist die Sternwarte großzügig ausgerüstet, wodurch sich unser Astro-Reisegepäck auf eine STV als Autoguider und zwei Canon 20 Da beschränkte, was das Reisen sehr angenehm machte. Bei eventuell auftretenden technischen Problemen steht mit Wolfgang Paech ein kompetenter Partner dem Rooisand Observatory zur Seite.
 
Unsere Aufnahmen entstanden im RAW - Format, mit einer Empfindlichkeit von 800 - 1600 ASA, mit Kamerainterner Rauschunterdrückung. Die Belichtungszeiten richteten sich nach Brennweite, Objekthelligkeit und den aktuellen Seeingbedingungl

So schön es auch ist, die Farbenpracht eines "Eta Carina Nebels" auf ein Foto zu bannen, so unvergesslich wird uns der Anblick des nächtlichen Sternhimmels mit dem Band der Milchstrasse bleiben. Treffend beschreiben die Dichterworte Nietzsches diese geschenkten Momente;

"Die größten Ereignisse, das sind nicht unsere lautesten, sondern die stillsten Stunden".
Die Aufnahmedaten:
  • NGC 5139, 6 x 50 Sek.+ 6 x 40 Sek., ISO 800, C 14 ( Reduzierer 0,5 )
  • NGC 5128, 8 x 240 Sek., ISO 1600, C 14 ( Reduzierer 0,5 )
  • M 83, 1 x 300 Sek. + 1 x 270 Sek. + 6 x 240 Sek., ISO 1600, C 14 ( Reduzierer 0,5 )
  • NGC 3372, 4 x 480 Sek., ISO 800, Zeiss APQ

Alle Vorschaubilder sind mit einem größeren Bild belegt. Zum Laden einfach die Vorschaubilder anklicken.  download des Berichtes als pdf-file.

Heinrich Forth: Rooisand Desert Ranch 2007

Einen Kurzbericht finden Sie auf der Website von Walter Gross, der zusammen mit Robert Nufer und Marcel Süssli. im August 2007 Ihren Astrourlaub auf Rooisand verbrachten. Einen weiteren Bericht von R. Nufer finden Sie auf seiner Homepage.

Resa Ghanawistschi: Der ideale Ort für Astronomen, Naturfans und Erlebnisurlauber (300 Kb)

Heinrich Forth: Die Rooisand Sternwarte in Namibia - Astrourlaub mit Minimalausrüstung (700 Kb), erschienen in in der Festschrift der Allgäuer Volkssternwarte Ottobeuren 2006; 40 Jahre volksbildende Astronomie im Allgäu - Allgäuer Volkssternwarte Ottobeuren 1966 - 2006.

Udo Marx: Landschaft, Farben und Sterne - Die Namibiareise 2006 (130 KB), ebenfalls erschienen in der Festschrift der Allgäuer Volkssternwarte Ottobeuren.
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